
Die sarajevischen Juden Rafael Zadik Finci, Elias Baruh und Isak Jak Baruh gründeten im Jahr 1902 ein Unternehmen für die Holzwirtschaft und die industrielle Verarbeitung von Holz unter dem Namen Rafael Z. Finci und Co. Das Unternehmen schloss im Jahr 1901 mit der Firma Franz Steinmetz einen Vertrag über die langfristige Nutzung des Forstgebiets Preslica – Lapov Dol – Lanište. Die Firma Rafael Z. Finci und Co. errichtete eine forstwirtschaftliche Eisenbahnstrecke mit einer Länge von 13,0 km, die von Tarčin über Guvnište bis nach Lanište und Lapov Dola führte. Diese Bahnstrecke stellte eine Kombination aus einer adhäsiven (13,0 km) und einer gravitierenden Eisenbahn (Kotorea) von etwa 3 Kilometern dar. Der Fahrzeugpark bestand aus einer Lokomotive mit 30 PS und 25 Zwillings-Doppelachswagen. Gleichzeitig errichtete das Unternehmen in Tarčin eine Dampfholzfabrik mit einer Antriebsmaschine von 200 PS sowie vier Gater und alle sonstigen Maschinen und Anlagen.

Im Jahr 1911 erfolgte die Umwandlung des Unternehmens Rafael Z. Finci und Kompagnie in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen „Dioničarsko društvo za eksploataciju i eksport drva „Jela““. Das neue Unternehmen baute noch einen weiteren Kilometer Schienen ohne Lokomotivbetrieb, setzte den Betrieb bis zum Jahr 1914 fort, da alle Arbeiten während des Krieges (1914/1918) eingestellt wurden. Außerdem nutzte die Firma „Jela“ sich bietende Gelegenheit, Brennholz von der Ivan-Platein zu schlagen, das mit der errichteten Bahnstrecke von der Hauptbahn bei Raštelice transportiert wurde. Für die zusätzliche Versorgung ihrer Sägeanlage in Tarčin kaufte sie ab 1912 bei der Firma F. Neuberger Nadel- und Buchenstämme, die im Forstgebiet Ravne Planina gefällt wurden, und exportierte den Großteil ins Ausland.

Bei Recherchen im Historischen Archiv BiH konnten wir keine technischen Unterlagen oder Daten bezüglich des Baus dieser Waldschmalspurbahn finden. Lediglich Informationen aus den Jahren 1908, 1911 und 1914 sind vorhanden. Das erste Dokument bezieht sich auf die Verlängerung der Bahnstrecke um etwa 1,2 Kilometer von Lanište bis zum Lapov Dola, wo der Investor Rafael Z. Finki und die Firma einen Antrag beim Kreisamt, der Forstverwaltung in Ilidža und allen Interessierten in der Gemeinschaft (Privatgrundstücke) einreichen, damit alle am Verfahren teilnehmen können.
Bei der Planung der angekündigten Trasse wurde ein Protokoll erstellt, an dem der Planer Mustajbeg Mutavelić, der technische Sachverständige Ivan Kriesehe, sowie der Oberförster der Forstverwaltung Herrn Aleman beteiligt waren, ebenso wie die Parteien Salih Japalak, Dżemat-Baša (Dżemats-Vorsteher), und Arif Japalak aus Korče.
Ein weiterer, im Jahr 1911 erstellter, Dokument handelt von dem Bau einer Bahnstrecke von 250 Metern Länge, begleitet von einer technischen Zeichnung, in der ein Protokoll folgt, in dem der Vertreter der Firma „Jela d.d.“ Isak Baruh seine Aussage macht. Darin erklärt er, dass kein Interessent am Verfahren beteiligt sei außer dem Landeserar. Der dritte verfügbare Dokument ist ein Eingabeantrag im Namen der Firma „Jela d.d.“, doch da dieser in deutscher Gotischschrift verfasst ist, fiel es uns schwer, daraus etwas zu übersetzen.
Im Anhang dieses Artikels können Sie die Originaldokumente einsehen, die sich in der Fotogalerie befinden.
Literatur
- Branislav Begović, Razvojni put šumske
privrede u Bosni i Hercegovini u periodu (1878-1918) sa posebnim osvrtom na
eksploataciju šuma i industrijsku preradu drveta, str. 84 i 85. - Arhiv Bosne i Hercegovine, ZVS-Šumske i
industrijske željeznice, 1908.,1911.,1914.