Wir veröffentlichen das technische Handbuch für die Normalspurstrecke (Längsprofil) Modriča – Gradačac in der Umsetzung des ŽTP Sarajevo, Stand am 28.11.1962.
Hier können Sie die administrative Aufteilung der Wartung (Sektion ZOP), Überwachung (nach Bezirken) und Sicherung (Gebäude und Brücken) einsehen. Ebenso liegt ein Schema des Bahnhofs Gradačac vor, inklusive Fahrbahn-Typen, Weichenelementen, Brückenskizzen sowie Daten zu Steigungen, Gefälle und Kurven der Strecke.
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Die Linienpläne der schmalspurigen Stationen Modriča – Gradačac sind: Modriča und Gradačac.
Die Haltestellen Mršići und Ledenica sind nicht in das technische Handbuch aufgenommen worden.
Aus der Geschichte: Die Trasse der Normalspurstrecke Modriča – Gradačac ist 14 km + 495 m lang und wurde am 27. April 1951 in Betrieb genommen. Die Bahn wurde im Rahmen eines Arbeitsprogramms nach dem Vorbild der Strecke Brčko-Banovići gebaut. Die Bauarbeiten begannen am 03.05.1950 und dauerten etwa ein Jahr, bis der erste Zug aus Richtung Modriča am 27. April 1951 den neu erbauten Bahnhof erreichte. Nach den Verkehrsvorschriften wurde die Strecke für eine maximalen Achsdruck von bis zu 12 Tonnen, eine Höchstzahl von Achsen bis zu 75 und eine maximale Geschwindigkeit der Züge (Fracht-, Passagier- und Mischzüge) bei Dampf-, Diesel- und Schienenbussen von bis zu 25 km/h ausgelegt.
Prugom Gradačac – Modriča war die Stadt Modriča an größere Zentren angeschlossen (nach Šamac – 24 km und Doboj – 33 km sowie weiter nach Banja Luka bzw. Sarajevo und Ploče), und durch dieses Projekt wurde ein bedeutendes Industriegebiet in der Nähe des Bahnhofs für viele Fabriken, landwirtschaftliche Betriebe und Bauunternehmen geschaffen.
Am Ende der 80er Jahre verliert die Personenzugverbindung allmählich an Bedeutung, was wir aus den Anhängen (Fahrplan 1986/87) schließen können. Es ist daraus ersichtlich, dass kein planmäßiger Personentransport vorgesehen war, sondern nur nach Bedarf, also an Markttagen oder während Festlichkeiten (Tefereš) in Gradačac. Aus Gesprächen mit einem Eisenbahnfreund (Lokführer) erinnere ich mich an sein Bekenntnis: „Oh, das waren noch Zeiten. Gott, ein voller Zug voll Sänftenträger aus Vrapolje und Šamac, so voll und rotwangig, und sie chelten mich an, um mir das Übergepäck zu bezahlen. Es gab auch jungen Leute mit guter Rakija und Mezze, und wenn wir uns betranken, brach das Derventa-Lied aus. Ach, es war wirklich schön damals. Selbst nach der Rückkehr, wenn die Sänftenträger nicht alles verkauft hatten, die mir jetzt kichern, ich soll mir noch etwas kaufen, und ich, im Zug nach Modriča auf dem Heimweg mit Stolz in meinem Gesicht.“
Seit dem Jahr 1993 verkehren keine Züge mehr auf dieser Bahnstrecke bis heute (Stand 2015). Das Schicksal dieser Strecke scheint besiegelt, wie der zitierte Text zeigt: „Der Raumplan der Gemeinde Gradačac 2008 – 2028“, im Abschnitt „Eisenbahnverkehr“: Der periphere Teil der Gemeinde Gradačac wird durch die Bahnstrecke Tuzla – Brčko durchquert, was jedoch keine größere Bedeutung für die Entwicklung der Gemeinde hat. Eine eventuelle Wiederbelebung der ehemaligen Bahnstrecke Gradačac – Modriča ist aus wirtschaftlicher Sicht fraglich. Es gibt keinerlei Hinweise auf das öffentliche Interesse auf nationaler Ebene, diese Bahnlinie wiederzubeleben, insbesondere den in der Vergangenheit geplanten Fortgang der Trasse Gradačac – Brčko. Der Plan schlägt vor, den Bahnkorridor Gradačac – Modriča zur Errichtung einer äußerst bedeutenden Hauptstraße zu nutzen, die Gradačac und sogar den Kanton an den Korridor Vc anschließen würde. Dadurch würde die geopolitische Bedeutung der Gemeinde Gradačac als bedeutender Entwicklungsfaktor gestärkt. Es ist hervorzuheben, dass im grundsätzlichen Entwicklungskonzept des Schienenverkehrs des Raumgrundsatzes des Raumplans der Föderation Bosnien und Herzegowina keine Möglichkeit zur Wiederbelebung der Bahnlinie Gradačac – Modriča vorgesehen ist.
Einige Fotos entstammen dem Portal http://www.okc-gradacac.com Blog Mirza Avdičević.
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